Schöner Lesen ohne Nazis

Schöner Lesen ohne Nazis

Freitag, 16. September 2016

Schon wieder eine Serie?

Auf Facebook stieß ich auf einen Autor, der Rezensenten für sein Buch sucht. Der Klappentext klang insofern spannend, dass ich das Setting vielversprechend fand. Die eigentliche Handlung brachte mich eher zum Gähnen (ganz klassische Heldenreise. Also kein bisschen abgewandelt.) Und das Cover sah aus, wie von einem Erstklässler gezeichnet. (Darum nenne ich hier auch nicht Name und Titel).

Dennoch habe ich ein wenig recherchiert und was ich dann wirklich schlimm fand war die Tatsache, dass dieses Buch von 2014 ist, der erste Teil einer (wie viel teiligen?) Reihe und seit dem kein Nachfolger erschienen ist. (Was auch schon ein Rezensent damals anmerkte.)

Nun, steht in jedem Ratgeber für Selfpublisher, dass die beste Werbung, das stetige Nachliefern von Büchern ist.

Ich wollte ja selber vor Jahren schon aufhören, Serien zu konsumieren. Die Enttäuschung nach dem Abbruch von »Twin Peaks« war traumatisch. (Schön, dass es jetzt endlich eine Fortsetzung gibt.) »Lost« hab ich erst geschaut, als alle Staffeln fertig waren. »Das Rad der Zeit«? Was hab ich es verflucht, wenn es immer länger dauerte, bis der nächste (in Deutschland dann noch mal extra aufgesplittete) Teil kam. Und dann starb der Autor auch noch. (Im Nachhinein zum Glück. Dann Brandon Sanderson hat die Reihe kongenial zu Ende geführt, so dass ich mir wünschte, er hätte sie von Anfang an geschrieben. Außerdem hab ich so einen neuen, guten Autoren entdeckt.)

Reden wir über »Song of Ice and Fire«? Wirklich? Nein. Der alte Mann nervt mich. Erst macht er aus geplanten 3 oder 4 Teilen, 7 Bücher, dann lässt er sich mal zwischendurch Jahrzehnte Zeit und jetzt ist die TV Serie schon weiter als die Bücher. Mr. Martin, lecken Sie mich! Ich schau die Serie und Ihre Bücher interessieren mich nicht mehr.

Habe ich es Stephen King verziehen, dass er über 30 Jahre für den »Dunklen Turm« brauchte? Na ja, weil ich die Teile eh so spät entdeckt habe, dass ich kaum warten musste.

Und dennoch, lieben wir irgendwie Serien. Ist es das Jäger und Sammler Ding? Keine Ahnung.

Warum schreibe ich jetzt eine Serie? Weil ich als Selfpublisher alle Fäden in der Hand halte. Das ist Freiheit, aber auch Verantwortung dem Leser gegenüber.

Ich habe das Release von »Dämmergrau« erst geplant, als »Nebelgrenze« schon fertig war. Im Moment schreibe ich an »Spiegelgrund« und der zweite Teil ist bei den Testlesern. Ich hoffe, dass ich diesen Anfang nächsten Jahres veröffentlichen kann.

Ja, ich hoffe. Denn ein Kollege (Horus W. Odenthal, den ich für seinen Genrebruch »Ninragon - die Serie« beinahe verehre) wies mich darauf hin, dass es doch immer noch Faktoren geben kann, die man nicht beeinflussen kann. Das Lektorat/Korrektorat z. B. Was ist, wenn der oder die gerade keine Kapazitäten hat? Findet man schnell adäquaten Ersatz?

Mein Versprechen an Sie, liebe Leser.

Sie werden bei mir nicht so lange, oder gar vergeblich, warten müssen. (Es sei denn, ich werde von der Tram überfahren oder so etwas.)

Wie gesagt. Teil 1 wird am 31.10.16 veröffentlicht, Teil 2 ist in der Rohfassung fertig, an Teil 3 schreibe ich. Auch wenn diese Geschichte aus Vakkerville damit zu Ende ist, habe ich die Exposés für Teil 4 und Teil 5 bereits fertig und grobe Pitches für Teil 6 und Teil 7.

Wenn Sie als Spaß an meinen Geschichten haben, dann können Sie sich darauf verlassen, dass Sie noch eine Weile in Vakkerville bleiben können. Es gibt immer was Neues zu entdecken und ab und zu werden Ihnen selbstverständlich auch alte Bekannte wieder über den Weg laufen.

Ich freue mich auf Sie!

Mittwoch, 7. September 2016

Man kann sich auch irren ...

... denn aus Fehlern lernt man.

Da dachte ich, dass ich mich bereits auf der Zielgeraden befinde. "Dämmergrau" ging durch die kritischen Augen von 5 Testlesern, dem Korrektorat einer Privatperson und der mehrmaligen Überarbeitung von mir, mit Hilfe von "Papyrus".

Erste Kontakte zu Bloggern und Rezensenten hergestellt. Das Buch ist bei Amazon vorbestellbar. Und dann das:

Zitat: "Ja, es waren jetzt z. B. Kommas, die den Sinn des Satzes zerstückeln und das hindert dann den Lesefluss. Ich weiß nicht, ob das ein Schreibprogramm erkennt? Damit kenne ich mich leider nicht aus.
Oder so Kleinigkeiten wie
"und achteten auf einander" da schreibt man aufeinander zusammen
"laut mit singend" mitsingend zusammen ;)
"Messanger" nicht mit a
"Mit Hundeaugen aus dem birnenförmigen Gesicht, Lilian-Charlotte vor sich ansah." <- hier irritiert das Komma sehr :D
oder "...weil reiche Zugezogene, den Kiez kaputt machen" auch besser ohne das Komma ;)

Da achten viele Leser sehr drauf."


Aus der E-Mail einer Bloggerin nach Lektüre der Leseprobe. Tja. Also panisch ein professionelles Korrektorat gesucht, Preisanfrage gestartet, Auftrag vergeben. Wer es ist, wird dann im Impressum stehen. 

Also alle Rezensienten erhalten noch vor dem Release ein korrigiertes Exemplar.

Warum jetzt aber irren? Tja, da dachte ich, ich bin superschlau und schreibe in der wörtlichen Rede das Anredepronomen niemals groß, da der Duden das so sagt. Siehe letzten Post.

Aber das bezog sich auf "du/Du und ihr/Ihr"!

Bei "sie/Sie" sieht es der Duden dann doch anders. 

"Die Formen des Anredepronomens Sie schreibt man immer und überall groß und auch die Formen des entsprechenden Possessivpronomens, d. h. auch in der wörtlichen Rede im Prosatext: „Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus?“ „Solche, die ich Ihnen nicht auf die Nase binden will“ (Willi Achten: Die florentinische Krankheit)."

Tja. Da darf die Korrektorin gleich noch mal mehr korrigieren. Hoffe, dass das nicht auf den Preis aufschlägt.:-) 

Für den zweiten Teil, mache ich es dann schon mal selber und gewöhne es mir neu an.

Freitag, 5. August 2016

Bleibt alles anders?

Letzte Überarbeitung, nachdem das Skript aus dem Korrektorat zurückkam beendet. Puh! Geschafft. Jetzt prüfe ich nur noch die Dialoge anhand der tollen »Papyrus-Funktion« wörtliche Rede.

Um es gleich zu sagen: In einer wörtlichen Rede wird bei mir niemals »Sie«, »Ihr« o. Ä.  geschrieben. Ich weiß, dass andere Autoren (vor allem in der Fantasy) dies tun, aber lt. Duden ist es falsch:

» In der wörtlichen Rede (etwa in Erzählungen oder Romanen) werden du und die anderen genannten Wörter nie großgeschrieben, da ja hier der Autor nicht den Leser anredet: „Ach, du bist gut integriert, lachte Moira, ich meine, du passt gut in die Landschaft“«

Danach geht das Werk an die letzten Testleser.

Allerdings habe ich jetzt mit der Recherche nach bereits vorhandenen Buchtiteln begonnen und dabei festgestellt, dass es alle Titel irgendwie schon gibt. Sie sind nicht urheberrechtlich geschützt, da es allgemeine Worte sind, ich könnte sie also weiterhin verwenden. Aber gerade in der ursprünglichen, von mir geplanten, Reihenfolge der Titel, passte »Zwielicht« bereits vom Klang her nicht mehr.

Aus diesem Grund, ab jetzt neue Titel, für Teil 1 und 2. Teil 3 bleibt, auch wenn der findige Internetuser schnell herausfinden wird, dass es auch da bereits Bücher gibt, die so heißen. Hier führen sie allerdings auf die richtige Spur.

Sonntag, 24. Juli 2016

Warum Selfpublishing? Teil 2

Dies ist die Geschichte von X. Ich habe ihn im Sanatorium kennengelernt. Zwischen all den anderen Verrückten, denen mit und denen ohne Schlüssel, war er einer der wenigen, der mir nicht sonderlich verrückt erschien. Dennoch, gehörte er an diesen Ort, wie kaum ein anderer. X hatte sich selbst eingewiesen.  Ich erzählte X von meinen Ideen als Autor weiter zu machen. Wir haben in den Wochen meines Aufenthalts, viele, lange und sehr intensive Gespräche geführt. Über das Schreiben. Das Leben. Das Autorendasein ...

X hatte über 10 Jahre geschrieben und veröffentlicht. Er hatte alle Varianten durch probiert. Von den Anfängen des POD, über das reine Selfpublishing gedruckter Bücher, bis hin zu einem Autorenvertrag mit einem Verlag. Er hatte die Werbeversuche von DKZ Unternehmen überstanden, ebenso die Versprechen eines Verlagsvertreters, der sich als Literaturagent profilieren wollte. All das, zum Glück, ohne finanziell groß auf die Schnauze zu fallen. Nicht unbedingt, weil er schlauer war als andere Autoren, sondern einfach, weil er nie das Geld hatte, das diverse dubiose Gestalten im Literaturgeschäft von ihm als Vorschuss haben wollten.

In den Jahren hatte er sich eine überschaubare, aber treue Stammleserschaft aufgebaut, hatte sich selbst, seine Art zu schreiben und seine Auftritte zu einer eigenen Marke etabliert, aber nie geschafft, bei allen seinen Unternehmungen auch nur die Unkosten zu decken.

Irgendwann bekam er das Angebot bei einem Verlag unterzukommen. Einem sog. Independentverlag, der sich selbst den »Fairlagen« zuordnete. (Obwohl man die vertraglich vereinbarte Mindestabnahme sog. »Autorenexemplare«, auch wenn es nur eine zweistellige Zahl ist, bereits den DKZ Unternehmen zuordnen muss!) Prinzipiell sah der Vertrag aber ziemlich normal aus. X veröffentlichte in der Folge mehrere Bücher bei dem Verlag. Man hatte ihm signalisiert, dass seine Shortstories super ins Programm passen würden und seine bereits vorhandenen Eigenbemühungen und bescheidenen Erfolge in der gemeinsamen Zusammenarbeit spätestens in drei Jahren Früchte tragen würden.

Darüber hinaus begrüßte man seine Exposés zu Romanen, da man von diesen zuwenig im Programm hatte, dies aber gerne in diese Richtung erweitern wollte.

Der Erfolg blieb allerdings aus. Im Gegenteil, er ging sogar zurück. Der Verlag verkaufte weniger Bücher, als X vorher im Alleingang pro Release geschafft hatte, seine »legendären« Auftritte wurden von immer weniger Publikum besucht ...

Der Verlag sagte X, dass er seine Shortstories überarbeiten müsse. Sie müssten kürzer werden, die Pointe müsse früher kommen. Dann müsse er sich damit bei Poetry Slams und Lesebühnen bewerben. Beides Richtungen, in die X nie gearbeitet hatte. Dann sagte man X, er müsse einen Blog etablieren. Über irgendwas. Nur nicht über seinen Roman. Das würde zu sehr nach »Verkaufen wollen« aussehen. Der Roman würde sich dann aber ganz allein verkaufen, wenn er einen erfolgreichen Blog hätte.
Außerdem müsse X Veranstaltungen organisieren. Am besten Lesebühnen. Wo er selbst und andere Autoren auftreten können. Natürlich die verlagseigenen Autoren aus den anderen Städten. Im Gegenzug könne er selbst dann in deren Heimatlocations auftreten. Das so entstehende Netzwerk würde den Erfolg bringen ...

X wollte aber nie einen Blog schreiben. Wozu? Alles, was er schreiben wollte, stand in seinen Shortstories und seinen Romanen. X wollte nie zu Poetry Slams u. Ä.. X wollte auch nie Veranstalter von Lesebühnen sein. Er wollte Autor sein. X hatte sogar in Eigeniniative kostenpflichtige FB Werbung geschaltet. Seine Vorschläge, was gerade den Romanverkauf fördern könne, wurden alle abgelehnt. Leserunden würden, nach Aussage des Verlages, nichts bringen. Die Leute würden da nur kostenlos Bücher abstauben wollen und keine Rezensionen schreiben. Den Preis des E-Books senken, ginge nicht, da man als kleiner Verlag bei Amazon einen gewissen Mindestpreis kalkulieren müsse. Die Möglichkeiten Akquise zu betreiben, um die von X sehr genau definierte Zielgruppe seines neuen Romans, anzusprechen, habe man als kleiner Verlag leider nicht.

Dies sind nur die Fakten. Ich werte nicht. X bekam verschiedene gesundheitliche Probleme, brach zusammen, weshalb er schließlich dort landete, wo ich ihn kennenlernte.

X schreibt nicht mehr. Sein Gesundheitszustand zwang ihn, sein Leben komplett zu ändern. Seine Bitten, ihn aus zwei bestimmten Klauseln der Verträge (jährlich eine bestimmte Anzahl von Lesungen zu absolvieren und jedes weitere Werk dem Verlag vorzulegen) zu entlassen, da er diese aus o. g. Gründen nicht mehr erfüllen kann, wurden abgelehnt.

Ich hoffe, dass es X in seinem neuen Leben gut geht. Wir haben uns nach meiner Entlassung aus den Augen verloren. Seine Geschichte ist allerdings einer der stärksten Gründe, weshalb ich mich für das Selfpublishing via KDP entschieden habe.

Donnerstag, 14. Juli 2016

Warum Selfpublishing?

Weil die Möglichkeiten dies zu tun, mittlerweile ein sehr kalkulierbares Risiko aufweisen. Wenn wir mal grundsätzlich davon ausgehen, dass nicht jeder Autor, der nicht bei einem »richtigen« Verlag unterkommt, nicht gleich schlecht ist.

Ja, ich kenne die Diskussion, dass durch das »einfache« Selfpublishing eine Menge Mist auf dem Literaturmarkt ist. Aber wer entscheidet das? Doch wohl der Leser, oder? Also kein Lektor, kein Marketingstratege eines Verlages und schon gar nicht andere Autoren! Mich erinnert die ganze Diskussion darum, an meine Vergangenheit hinter dem eisernen Vorhang. Da wurde von staatlicher Seite auch eine Menge Vorauswahl in der Literatur getroffen. Ich kann im Nachhinein sagen, dass das Meiste, was ich als Kind und Jugendlicher aus den offiziellen Quellen gelesen habe, sogar sehr gut war. So finde ich die russische, polnische und DDR-deutsche Sciene-Fiction in großen Teilen bis heute um Längen besser, als vielen anglo-amerikanischen Rotz ... und dennoch bin ich froh, dass ich die Auswahl seit dem Fall des eisernen Vorhangs selbst treffen kann!

Selbst Bücher verlegen, ist schon eine Weile möglich. Allerdings war es, bis vor wenigen Jahren noch unerschwinglich teuer und das Risiko somit nur Verluste zu schreiben, bzw. einen Aufwand zu treiben, der niemals im Verhältnis zum Nutzen stand, viel zu hoch.

Selbst die erste Revolution im Buchmarkt, das »POD«, änderte nichts daran, dass man das gedruckte Buch auch noch irgendwie in den Vertrieb kriegen musste. Eine ISBN war nicht teuer. Aber im Grunde scheiterte es schon am Druck. Der Digitaldruck war zwar vergleichsweise günstig, aber im POD immer noch so hoch, dass der Endpreis für ein Taschenbuch vom Leser nur selten akzeptiert wurde.

Versuchte man vernünftig zu kalkulieren und ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis zu erreichen, musste man in den klassischen Off-Set-Druck, der sich aber erst ab einer Auflage von mindestens 1000 Stück lohnt. Selbst wenn man die in Tschechien produzieren lässt. Man hat dann also 1000 Hardcover im Keller, die zwar einen marktüblichen Endpreis aufweisen, aber sonst ...

Marketing? Werbung? Buchhandel ...

Mit der Digitalisierung auch des Buches und vor allem dem Erfinden einer endlich akzeptablen Hardware (E-Reader) zog eine Revolution in die Literatur ein, die durchaus mit dem Beginn der MP3 und iPod Ära vergleichbar ist. (Und ironischerweise machen die sog. »Großen« der Branche, genau dieselben Fehler, wie die Majorlabels des Musikbusiness damals. Sie verteufeln alle, die einen anderen Weg gehen, machen ihre eigenen Produkte immer teuer und jammern, dass die immer weniger gekauft werden, während der Markt der E-Books stetig ansteigt ...)


Wenn ich heute ein E-Book veröffentlichen will, halten sich die Kosten für Herstellung, Veröffentlichung, Werbung und Marketing, dank Amazon, Social-Medias u. A. im überschaubaren Rahmen. Natürlich muss ich eine Menge Zeit investieren. Eben nicht nur ins Schreiben. Aber ehrlich, Leute. Die Zeiten, wo ein Autor »nur« geschrieben hat und sein Verlag den ganzen Rest übernommen hat, sind auch bei den sog. »Publikumsverlagen« schon lange vorbei. Im Gegenteil. Da wird von einem immer öfter die eigene Mitarbeit gefordert, die mittlerweile sehr weit in den Bereich des klassischen verlegens hineinreicht. Ich rede hier nicht über DKZV! Über die rede ich nicht, weil es keine Verlage sondern Anbieter von Druckdiensleistungen sind!

Oft gehen die Forderungen der Verlage dann auch ans Eingemachte. An das, was der Autor schreiben soll. Mach es mal so und so, dann läuft es in drei Jahren ... wenn nicht, dann bist du selbst schuld.

Egal, wie man Erfolg für sich definiert, er benötigt auf jeden Fall zuverlässige, engagierte Partner. Oder, man macht es eben gleich allein.

Der große Vorteil des Selfpublishing via Amazon ist für mich, dass mir Amazon nicht irgendetwas verspricht. Sie bieten mir ganz klar eine bestimmte Dienstleistung an, für die ich durch den prozentualen Anteil am Verkauf bezahlte. Der Rest, liegt an mir. Ich habe es in der Hand.

Ich kann schreiben, was ich will. Niemand verspricht mir, dass das der nächste große Renner wird. Ich schaue in die »Hitlisten« bei Amazon, nach anderen Werken, die ich dem selben Genre wie mein eigenes zuordnen würde. Ich freue mich, dass da z. B. ein E-Book bei » Nr. 4 in Kindle-Shop > eBooks > Belletristik > Horror > Geister « steht. In der allgemeinen Auflistung »Bezahlt in Kindle-Shop« steht es allerdings irgendwo bei 5752 oder so.
Ernüchternd nicht?
Vor allem, wenn man weiß, dass alles was unter Platz 1000 ist, so gut wie nichts verkauft.

 Ich weiß also, worauf ich mich einlasse! Wenn ich in die Top 100 will, dann muss ich mein Talent halt nutzen, das Schreiben als Arbeit sehen, für die ich Geld verdienen will, und eben genau das fabrizieren, was der Markt fragt. Von mir aus eben aktuell Chic-Lit.

Ich will es nicht. Ich will meine völlig idiotische Mischung aus Thriller-Komödie-Horror-Krimi-Mystery unter die Leute jubeln und ich weiß jetzt schon, dass ich damit wohl kein Geld verdienen werde. Aber es ist meine Entscheidung. Ich habe es in der Hand! Das Geld und die Zeit, die ich investiere ist es mir(!) wert.

Man kann es auch größtmögliche Freiheit nennen. Die ist immer mit Risiken und vor allem mit Verantwortung verbunden. Aber wenn ich scheitere, weiß ich, dass es ausschließlich(!!) an mir lag. Dass ich alles getan habe. Mehr ging eben nicht.

Dass dies selbst bei der Zusammenarbeit mit einem Verlag aus der »Fairverlag-Vereinigung« nicht unbedingt so ist, erzähle ich ein anderes Mal am Beispiel eines Autorenkollegen. Ich begegnete ihm in der Klinik und wir haben intensive Gespräche geführt, da er in meinen Augen, keiner von den ganz Bekloppten war, obwohl er genau am richtigen Ort war. Aber davon später mehr ...

Freitag, 8. Juli 2016

Silent Hill

»Silent Hill Teil 1« war, neben »Tomb Raider 1« und »Resident Evil 1«, das erste Videogame, das ich in meinem Leben gespielt habe. Was mich an »Silent Hill« von Anfang an faszinierte, war, dass es vom Gameplay her, eher ruhig war. Es gab keine »kaum zu schaffenden Kämpfe«, keine »fingerbrechenden Jump-and-Run-Einlagen«. Dafür bot es aber eine Atmosphäre, die beim gesamten Spielverlauf, für ununterbrochene Gänsehaut sorgte.

Genau das, was ich an dem Horror mag, den ich als Horror bezeichne. Nicht den »Splatter«, nicht den »Torture Porn« sondern den guten alten »Gothic-Horror«. Düstere Atmosphäre, ein Geheimnis, die Gänsehaut auf den Armen und die Schockmomente, obwohl nur eine Katze vom Dach springt ...




»Silent Hill 2« ist für mich das unerreichteste Horror-Erlebnis bis heute. Hier stimmt nicht nur die Atmosphäre, in ihrer genialen Kombination aus ständiger Bedrohung, Nebel, Soundtrack, Rätseln, Geheimnissen, der Klaustrophobie ... hier liegt dem Spiel auch noch eine Story zu Grunde, die mich am Ende wirklich vor Begeisterung mit offenem Mund vor dem Monitor sitzen lies. Eine derartig, in sich schlüssige Story hatte ich im Horrorgenre bis dahin, und leider auch bis heute, selten erlebt.

Ich rede nicht von dem Film, der zwar die Atmosphäre gut wiedergibt, aber in seinem typisch amerikanischen Versuch, alles plausibel zu erklären, die Grundidee von Silent Hill völlig zunichtemacht. (Ich sage nur: Ehemalige Kohlestadt unter der, bis heute, der Flöz schwelt, als Erklärung für die Farben und Strukturen der Silent Hill Welt, nach dem Ertönen des Gongs? Und mit der Sekte wird es dann ja noch schlimmer!)

Nein. Da haben uns die Japaner einiges voraus, was auch ihre guten Horrorfilme beweisen. In der japanischen Kultur gibt es keine Genregrenzen und das Übernatürliche ist ebenso Bestandteil des Alltags, wie der moderne High-Tec-Computer.

Genau diese metaphorische Idee hinter dem Ort »Silent Hill«, die ich hier nicht verrate, da ich sonst meine eigene Story spoilern würde, hat mich nie wieder losgelassen. Das ist für mich guter Horror: Der Schrecken ist nur eine Metapher für die Sünden der Menschen, für ihre Weigerung,  anzuerkennen, dass jede Handlung ihre Konsequenzen hat. Das ganze gepaart, mit der Bereitschaft, Übersinnliches, Paranormales, nicht wissenschaftlich eindeutig Erklärbares, einfach mal hinzunehmen, schafft für mich, die perfekte Basis, um eine gute Horror-Story zu erzählen, die einfach nur in sich plausibel sein muss.



Aus diesem Grund ist nicht nur das Cover der »Vakkerville-Mysteries«, sondern auch der gesamte erste Zyklus eine Verbeugung vor dem Videogame »Silent Hill 2«.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Warum Testleser?

Testleser sind für einen Selfpublisher meiner Meinung nach unerlässlich. Weil ein professionelles Lektorat für die meisten von uns nicht bezahlbar ist. (Davon abgesehen, muss dieses nicht unbedingt gute Ergebnisse erzielen, wie ich in einem anderen Leben selbst erfahren musste.)

Ich finde Testleser aber vor allem für meinen Schaffensprozess wichtig, da man einfach nur betriebsblind ist. Man arbeitet ja Monate an dem Werk. Dabei verwendet man liebgewordene Formulierungen, Metaphern, Stimmungs- und Figurenbeschreibungen.

Der Testleser wird diese finden, da er das Werk in relativ kurzer Zeit am Stück liest und ihm die erneute Verwendung eines Satzes innerhalb von drei Seiten schnell auffällt.

Man selbst ist so sehr in der Geschichte drin, dass man viele Informationen gar nicht aufschreibt, die man im Kopf hat. Also als Wissen voraussetzt. Auf der anderen Seite erklärt man vielleicht bestimmte Sachen zu deutlich. Ich frage meine Testleser immer gerne nach ihren Eindrücken von der Handlung, den Protagonisten, ihre Sympathien und Abneigungen und vor allem ihren Vermutungen, wie es weiter geht. Das ist für einen Thriller, der ja etliche Twists aufweisen muss, enorm wichtig.

Bei »Zwielicht« gab es zunächst einen Testleser, der die Rohfassung zu Gesicht bekam. Wirklich nur ein ganz nacktes Konstrukt. Eigentlich eher ein etwas ausgearbeiteteres Exposé. Sein Feedback war extrem hilfreich, da nach diesem, der Zeitstrahl, der verschiedenen Handlungen und Figuren komplett geändert wurde. »Zwielicht« ist ja »nur« die Exposition einer Serie. Es wird die Ausgangssituation beschrieben.

Die zweite Testleserin, bekam dann schon eine längere Fassung, bei der ich u. A. bereits das Werk unter dem Gesichtspunkt des »Show dont tell« umfangreich überarbeitet hatte. Sie konnte mir somit Feedback zu den Figuren, den Stimmungen, ihren Ideen und Vermutungen was die Handlung betraf geben. Darüber hinaus natürlich auch bestimmte Formulierungen von mir, die den Lesefluss hemmten oder für Verwirrungen sorgten benennen.

Am Ende ist es natürlich so. Man kann es nie allen recht machen und nur, weil zwei Testleser das Werk zumindest so gut fanden, dass sie es nicht nur gelesen, sondern sogar durchgearbeitet haben ... schützt natürlich nicht vor negativen Wertungen.

Gerade die zweite Testleserin meinte, dass sie dem Werk trotz allem nur eine »Drei Sterne Rezension« geben würde. Nun, das ist es, warum ich Testleser haben möchte. Ich brauche keine Klatscher, sondern konstruktive Kritik. Autorenkollegen/innen sind meiner Meinung nach dafür ungeeignet. Denn machen wir uns nichts vor. Wir sind doch irgendwo Konkurrenten. Freunden und Bekannten traue ich selten zu, dass sie wirklich sagen würden, wenn sie das Werk »total Scheiße« fänden.

In diesem Sinne, hier schon mal »Danke« an meine Testleser/innen, die im Werk natürlich namentlich erwähnt werden.