"Spiegelgrund": eine Parallelwelt voller Monster und Sinnestäuschungen, in der sich unterbewusste Ängste und Schuldgefühle manifestieren. ("Spiegelgrund" das Finale der Vakkerville-Mysteries erscheint im Herbst 2017)

Donnerstag, 30. Juni 2016

Warum Testleser?

Testleser sind für einen Selfpublisher meiner Meinung nach unerlässlich. Weil ein professionelles Lektorat für die meisten von uns nicht bezahlbar ist. (Davon abgesehen, muss dieses nicht unbedingt gute Ergebnisse erzielen, wie ich in einem anderen Leben selbst erfahren musste.)

Ich finde Testleser aber vor allem für meinen Schaffensprozess wichtig, da man einfach nur betriebsblind ist. Man arbeitet ja Monate an dem Werk. Dabei verwendet man liebgewordene Formulierungen, Metaphern, Stimmungs- und Figurenbeschreibungen.

Der Testleser wird diese finden, da er das Werk in relativ kurzer Zeit am Stück liest und ihm die erneute Verwendung eines Satzes innerhalb von drei Seiten schnell auffällt.

Man selbst ist so sehr in der Geschichte drin, dass man viele Informationen gar nicht aufschreibt, die man im Kopf hat. Also als Wissen voraussetzt. Auf der anderen Seite erklärt man vielleicht bestimmte Sachen zu deutlich. Ich frage meine Testleser immer gerne nach ihren Eindrücken von der Handlung, den Protagonisten, ihre Sympathien und Abneigungen und vor allem ihren Vermutungen, wie es weiter geht. Das ist für einen Thriller, der ja etliche Twists aufweisen muss, enorm wichtig.

Bei »Zwielicht« gab es zunächst einen Testleser, der die Rohfassung zu Gesicht bekam. Wirklich nur ein ganz nacktes Konstrukt. Eigentlich eher ein etwas ausgearbeiteteres Exposé. Sein Feedback war extrem hilfreich, da nach diesem, der Zeitstrahl, der verschiedenen Handlungen und Figuren komplett geändert wurde. »Zwielicht« ist ja »nur« die Exposition einer Serie. Es wird die Ausgangssituation beschrieben.

Die zweite Testleserin, bekam dann schon eine längere Fassung, bei der ich u. A. bereits das Werk unter dem Gesichtspunkt des »Show dont tell« umfangreich überarbeitet hatte. Sie konnte mir somit Feedback zu den Figuren, den Stimmungen, ihren Ideen und Vermutungen was die Handlung betraf geben. Darüber hinaus natürlich auch bestimmte Formulierungen von mir, die den Lesefluss hemmten oder für Verwirrungen sorgten benennen.

Am Ende ist es natürlich so. Man kann es nie allen recht machen und nur, weil zwei Testleser das Werk zumindest so gut fanden, dass sie es nicht nur gelesen, sondern sogar durchgearbeitet haben ... schützt natürlich nicht vor negativen Wertungen.

Gerade die zweite Testleserin meinte, dass sie dem Werk trotz allem nur eine »Drei Sterne Rezension« geben würde. Nun, das ist es, warum ich Testleser haben möchte. Ich brauche keine Klatscher, sondern konstruktive Kritik. Autorenkollegen/innen sind meiner Meinung nach dafür ungeeignet. Denn machen wir uns nichts vor. Wir sind doch irgendwo Konkurrenten. Freunden und Bekannten traue ich selten zu, dass sie wirklich sagen würden, wenn sie das Werk »total Scheiße« fänden.

In diesem Sinne, hier schon mal »Danke« an meine Testleser/innen, die im Werk natürlich namentlich erwähnt werden.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Wo liegt "Schönstadt" bzw. Vakkerville?

Wie heißt das denn jetzt nun?

Da ich schon während der Schreibphase an die Öffentlichkeit getreten bin, hat der/die Eine oder Andere vielleicht mitbekommen, dass die Serie zunächst »Schönhausen-Mysterys« hieß.

Das war immer nur ein Arbeitstitel.

Da der Ort, in dem das Ganze spielt, ein wichtiges Element ist, wollte ich den Namen als übergeordneten Begriff für die Reihe haben. Das Problem: »Schönhausen« klingt natürlich total deutsch. Ich habe nichts gegen Deutsche oder Deutschland, aber meine Stadt ist ein fiktiver Ort. Ein Ort, der einfach nur irgendwo in Europa liegt und die wichtigsten Grundzüge einer modernen Großstadt trägt.

So habe ich mich z. B. bei der Beschreibung von Häusern, dem Park, der Lage am Meer u. Ä. sehr an Barcelona orientiert.

Der nächste Schritt war, dass ich den wenigen, im Text überhaupt vorkommenden Straßen und Plätzen verschiedene europäische Namen gab. Italienische, französische, finnische, schwedische, deutsche, spanische ...

Dann habe ich lange überlegt, wie ich die eigentliche Stadt nenne.

Mein Ausgangspunkt war die »Niceville« Serie von Carsten Stroud. »Niceville« heißt einfach nur »Schön(e)Stadt«. Das klingt natürlich für eine amerikanische Stadt, die irgendwo im Süden, vermutlich Louisiana, liegt sehr passend. Darüber hinaus ist es der perfekte Name für einen Ort, der nach und nach dem Wahnsinn anheimfällt. Darum war mein erster Gedanke:

»Schönhausen«.

Nachdem ich allerdings fast alle deutschen Personennamen ebenfalls gegen eine wilde Mischung an Namen aus ganz Europa ausgetauscht habe, musste auch für die Stadt ein anderes Wort her.

»Niceville« ist ja auch eine Mischung aus Englisch-Französisch.

Nach vielen Experimenten mit den Worten »Schön/nett« und »Stadt« in verschiedenen europäischen Sprachen, stand am Ende »Vakkerville«. »Vakker« ist norwegisch und »Ville« französisch.

Hier noch eine Liste der anderen Möglichkeiten, die in die engere Wahl kamen.

Kaunisstadt-Mysterys (Finnisch-Deutsch)

Vakkervarós-Mysterys (Norwegisch-Ungarisch)

Ihanastadt-Mysterys (Finnisch-Deutsch)

Ihanaville-Mysterys (Finnisch-Französisch)

Kaunistown-Mysterys (Finnisch-Englisch)

Kauniscittà-Mysterys (Finnisch-Italienisch)

Vakkertown-Mysterys (Norwegisch-Englisch)

Ihanastad-Mysterys (Finnisch-Niederländisch)

Vakkerstadt-Mysterys (Norwegisch-Deutsch)

Rarville-Mysterys (Dänisch-Franzöisch)

Rarstadt-Mysterys (Dänisch-Deutsch)

Rartown-Mysterys (Dänisch-Englisch)

Rarstad-Mysterys (Dänisch-Niederländisch)

Rarcittà-Mysterys (Dänisch-Italienisch)



Ich möchte allerdings nicht ausschließen, dass sich der Titel der Reihe bis zum Release noch ändert.