Freitag, 9. Februar 2018

Hundeleben - Wie Hund und Katz?

Eigentlich ist das Sujet ein wunderbares Beispiel dafür, wie die meisten Probleme im Zusammenleben von allen Lebensformen entstehen und ...

... gelöst werden können.

Es geht um Kommunikation.

So ist das natürlich nicht immer © Serkalow

Hunde und Katzen kommunizieren komplett unterschiedlich, sogar gegensätzlich.

Beispiele:

Wenn Hunde sich auf den Rücken legen, signalisieren sie Unterwerfung. Sie geben ihre Kehle dem Biss des Überlegenen preis.

Katzen legen sich auf den Rücken, um mit allen vier Pfoten und den berühmten Rasierklingenscharfen Krallen die Unterseite des Gegners aufzuschlitzen.

Wenn Hunde mit dem Schwanz wedeln, freuen sie sich meistens. Eine Katze signalisiert damit extreme Anspannung, z.B. um den Gegner zu sagen, dass er sie in Ruhe lassen soll, sonst schlägt sie zu.

Auch das direkte Anschauen/Fixieren ist für Katzen ein deutliches Warnsignal vor einer aggressiven Handlung.

Katzen sind Einzelgänger, Hunde sind Rudeltiere.

Um ein Zusammenleben beider Arten zu ermöglichen, sind einmal mehr wir gefragt. Wir, die aufrecht gehenden Primaten mit unseren (leider oft nicht genutzten) Fähigkeiten zur Empathie und vielseitigen Kommunikation.

Gut, manchmal können sie es auch allein. © Pixabay

Für Nemo und unsere Katzen hieß das von Anfang an, Regeln aufzustellen. Regeln, die in erster Linie Nemo lernen musste, da er als soziales Gruppenwesen eher dazu in der Lage ist, als die neurotischen Katzen.

Wichtig ist, dass die Katzen ein Rückzugsgebiet haben. (Was sie übrigens auch bereits im Zusammenleben mit dem Menschen haben sollten.) Einen Raum also, in den sie sich zurückziehen können, ohne das der Hund sie erreicht. Nur unter das Sofa zu flüchten ist hier nicht ausreichend. Hilfreich sind solche Kleinkindgitter. Schutzgitter also, die man zwischen die Türpfosten spannen kann, damit das Kind nicht die Treppe herunterfällt.

Wir haben diese etwas höher angesetzt, so dass die Katzen unten durch kamen, der immerhin 18 kg schwere und knapp 60cm hohe Nemo nicht.

Die ersten Wochen war Nemo zusätzlich im Haus noch an einer langen Leine, die ihn zwang auf, bzw. wenigstens in der Nähe seines Schlafplatzes zu bleiben. Hier hatten die Katzen übrigens sehr schnell raus, dass sie da an ihm vorbei kamen, ohne dass er sie irgendwie erreichen konnte.

Dann musste Nemo von Anfang an lernen, dass er im Rudel unter den Katzen steht. Er kam schließlich zuletzt. Die effektivste und stressfreieste Methode (neben ständigem Beaufsichtigen und »Nein« oder »Aus« sagen) geht, wie fast alles beim Hund, über das Futter.

Normalerweise fressen unsere Katzen nur Trockenfutter, dass sie sich aus solchen Bällen holen müssen. (Das hat was damit zu tun, dass eine Katze eine Lauerjägerin ist. Es ist für eine Katze nicht natürlich oder artgerecht, ihr Futter dadurch zu erhalten, dass sie den Kopf in einen Napf steckt.) Hin und wieder bekommen sie Feuchtfutter, dass sie dementsprechend lieben. Es ist sozusagen Katzenweihnachten.

Also haben wir einige Male gezielt die Katzen in der Küche mit Feuchtfutter und Napf gefüttert und Nemo musste daneben »Sitz« oder »Platz« machen und zuschauen. Erst wenn beide Diven gegangen waren (sie lassen immer Reste zurück), haben wir ihm gestattet, diese auszulecken. (Ja, Katzenfutter ist für Hunde nicht gut, aber in der geringen Menge kein Problem.)

Dieses Verhalten ist für einen Hund völlig normal, denn jeder Welpe lernt genau das im Rudel. Warten, bis die ranghöheren Mitglieder gefressen haben.

Natürlich haben wir auch die ersten Wochen alle drei so gut es uns möglich war, immer unter Kontrolle behalten, um eingreifen zu können. Das größte Missverständnis war nämlich immer, dass die Katzen nicht verstanden, dass Nemo wirklich nur spielen wollte. Und bei seiner Größe und Kraft, ist es durchaus möglich, dass er die Katzen versehentlich verletzt.


Idealzustand © Serkalow

Irgendwann konnten wir im Garten beobachten, dass die jüngere Katze ihn regelrecht dazu aufforderte, ihr nachzujagen. Sie ist auch bis heute die einzige Katze, die mittlerweile Nemo mit »Köpfchen geben« begrüßt und hin und wieder zu ihm auf seinen Platz geht, um sich an ihn anzuschmiegen.

Übrigens das erste Zeichen dafür, dass es mit Hund und Katze klappt ist, wenn die Katze entspannt an dem Hund schnuppert und dieser sich dies, ohne jede Aufregung gefallen lässt.

Die ältere Katze hat Nemo einfach mal ein oder zweimal ordentlich eine auf die Nase gegeben. Davon hat er noch bis heute sichtbare Spuren. Außerdem hat sie ihn mal mit einem Vampirhaften Blick und Chameleon-langsamen Bewegungen vor sich her aus einem Zimmer getrieben, dass eigentlich nicht das reine Katzenzimmer ist. Durch seinen Rückzug, hat sie aber kapiert, dass der Hund keine Bedrohung ist, und so kommen die beiden auch miteinander klar.

Es gab auch mal diese lustige Begebenheit, dass Nemo von dieser Matratze (siehe Foto) im Schlaf herunter fiel. Wir haben uns alle ein wenig erschrocken, der Hund natürlich am Meisten. Die alte, graugetigerte Katze verließ meinen Schoß, ging seelenruhig zu Nemo hin, langte ihm eine und kam genauso gelassen wieder zu mir zurück, um sich wieder hinzulegen.


Seitdem sind die Fronten geklärt. Was mich persönlich mit Stolz erfüllt, dass Nemo die beiden Katzen vor allem draußen im Garten als Rudelmitglieder anerkennt und verteidigt. Es gibt da so einen kackfrechen rotgetigerten Kater, der des öfteren über die Mauer kommt, weil er zu unseren Mädels will. Dem haben wir ein- zweimal von Nemo verjagen lassen. Der Kater kommt seitdem nicht mehr auf's Grundstück und Nemo war jedes Mal stolz wie Bolle.



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Kommentare:

  1. Wenn wir mal nen Hund haben, engagiere ich dich als Menschen-und Hundetrainer.

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    1. Für Euch mache ich sogar einen Sonderpreis.:-)

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