Mittwoch, 7. Februar 2018

Sage mir, was du liest: "Wédora - Staub und Blut" von Markus Heitz

Klappentext: »Lebensspendend oder todbringend, geheimnisvoll oder verkommen - Juwel der Wüste oder Ende aller Hoffnung? Willkommen in Wédōra, dem Schauplatz von Markus Heitz‹ Dark-Fantasy-Bestseller »Wédōra - Staub und Blut«.
Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden Wasser und Schutz. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija.
Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt.
Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.«


Ich werde ja nicht müde, zu betonen, dass Markus Heitz definitiv zu den Autoren gehört, die ihr Handwerk verstehen. Auch wenn mich sein letztes (bzw. das zuletzt von mir gelesene) Werk nicht überzeugen konnte.
Was allerdings nicht an Hr. Heitz Schreibe lag, so dass ich immer wieder gerne zu einem Buch des Autors greife.

»Wédora« versprach einiges an Innovation was zumindest das Setting anbelangt und da mir wieder nach »klassischer« – aber eben nicht ausgelatschter – Fantasy war, kam mir der Zweiteiler gerade recht.
Bereits der Prolog haute mich um. Eine derart raffinierte Exposition ist mir bisher selten untergekommen. Wir lernen in einem kurzen Dialog die beiden Protagonisten kennen. Hier zeigt Heitz, dass er ein Meister des »Show dont tell« ist. In dieser kurzen Szene erfahren wir alles, was wir über die beiden Hauptfiguren wissen müssen.
Wenige Seiten später werden die beiden durch einen Sturm (»Zauberer von OZ« lässt grüßen), nein durch einen magischen Sturm in eine ihnen völlig unbekannte Gegend geworfen und ...

Hier liefert Heitz den nächsten Beweis seines Könnens ab. Er schreibt im Nachwort selbst, dass die Idee zu der Stadt Wédora beinahe zwanzig Jahre alt ist und aus Rollenspielzeiten stammt. Da er aber hier kein komplexes Regelwerk zu einer faszinierend erfrischenden Fantasywelt in einem Wüstensetting abliefert, geht er auch hier meisterhaft den Weg des »Show dont tell«.

In dem er Liothan und Tomeija in diese, völlig fremde, Welt wirft, müssen die beiden Protas sich Wédora und seine Gesetzmäßigkeiten ebenso erarbeiten, wie der Leser.
Die Erkundung ist immer wieder mit unverhofften Begegnungen und Enthüllungen gespickt. Irrtümer bleiben nicht aus, so dass sich beide ständig in den Intrigen zwischen den vielfältigen Parteien dieser Welt wiederfinden.
Dies bedeutet vor allem, dass Leser und Figuren gleichermaßen, nicht vor Überraschungen gefeit sind. Was für den Bücherwurm allerdings Spannung bedeutet und vor allem weitaus ungefährlicher ist.

Im parallel weiter laufenden Erzählstrang aus der Heimat der beiden, macht Heitz dem Leser klar, dass eine Rückkehr dahin für die beiden wohl unmöglich oder zumindest sinnlos sein wird. Hier zeigt der Autor ganz besonders seine düstere Seite.

Überhaupt mag es Heitz offenbar Action-lastig, was mich bei »Des Teufels Gebetsbuch« gestört hat. In »Wédora« passt es, zumal Heitz auch wirklich gut choreographierte Kampfszenen schreiben kann.

So gelingt es ihm, durch die ständig neuen Erkenntnisse und die Vielzahl an kleinen und größeren Scharmützeln, beinahe jedes Kapitel mit einem Cliffhanger enden zu lassen, so dass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen.

Zusätzlich hat er den Gentleman-Räuber Liothan und die gerechtigkeitsliebende Ordnungshüterin Tomeija mit dunklen Geheimnissen, Ecken und Kanten ausgestattet, die sie neben den äußeren Gefahren auch noch zwingen, sich ständig mit den inneren Dämonen auseinanderzusetzen.

Das Ende? Bei »Wédora« handelt es sich um einen Zweiteiler, doch lässt uns »Staub und Blut« mit einem runden Schluss zurück, der mich zwar auf den zweiten Teil warten lässt aber nicht voller Ungeduld.

So ist »Wédroa – Staub und Blut« im Grunde nur eins. Verdammt großes Popcorn-Kino im Buchform!

Fünf Sterne.

Was meint Ihr? »Enttäuschung für Heitz-Fans« oder »Heitz ist der Beste«?


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