Mittwoch, 4. April 2018

Sage mir, was du liest: "Schattentäter" von Jannes C. Cramer

Klappentext: »Erst als sie den Schatten bemerkte, erkannte sie die Gefahr und erstarrte für den Bruchteil einer Sekunde. Dann rannte sie los.

Felix’ Leben gerät mehr und mehr aus den Fugen. Seit dem plötzlichen Tod seiner Frau zieht er sich völlig zurück und greift immer häufiger zur Flasche. Selbst seine beste Freundin Melanie findet kaum noch Zugang zu ihm. Nach einem schweren Unfall glaubt sie, ihn für immer verloren zu haben, doch Felix überlebt wie durch ein Wunder. Hatte er einfach nur Glück? Oder steckt mehr dahinter?

Es heißt, Schatten sei die Abwesenheit von Licht – der Tod das Ende des Lebens. Doch was, wenn manches von dem, was wir denken zu wissen, ein Irrglaube ist? Wenn es diejenigen gibt, für die andere Regeln gelten?

Über das Buch

Schattentäter“ ist ein spannender Thriller – nicht nur für alle, die das Mysteriöse mit einem kleinen Schuss Romantik lieben.«


Handwerklich solider fantastischer Verschwörungsthriller aber definitiv kein Mystery-Thriller.

Und wieder bin ich drauf reingefallen. Da stand »Mystery«. Verdammt.

Mittlerweile denke ich ernsthaft darüber nach, ob ich der einzige Mensch bin, der von »Mystery« als Genre das erwartet, ja verlangt, was z.B. bei Wikipedia steht:

»Mystery (Thriller) ist im Deutschen die ursprünglich englische Bezeichnung für ein Genre in der Unterhaltungsliteratur, das sich am besten als eine Mischung aus Horror- und Fantasy-Elementen fassen lässt. Kennzeichnend für das Mystery-Genre sind vor allem die Aspekte des Übernatürlichen, Geheimnisvollen und des Unerklärlichen.

Am besten lässt sich Mystery von anderen Genres abgrenzen, indem man die dort verwendete Herangehensweise an vermeintliche übernatürliche Phänomene betrachtet. Hierbei fällt eine besondere Affinität des Mysterygenres zu Ambivalenz, Zwiespältigkeit und Undurchsichtigkeit auf, und zwar eine Ambivalenz sowohl der Darstellung bzw. Wahrnehmung, als auch eine Ambivalenz von den hinter übernatürlichen Geschehnissen stehenden Motivationen, Intentionen oder Auslösern

Wichtig für mich ist für einen guten Mystery-Thriller, dass er definitiv eine Nähe zum Horror-Thriller aufweist, was sich gerade in den Aspekten des Übernatürlichen, Geheimnisvollen und des Unerklärlichen wiederfinden sollte. Vor allem aber die Ambivalenz. Ein guter Mystery-Thriller sollte mit dem Unerklärlichen, Übernatürlichen spielen und dem Leser am Ende die Möglichkeit lassen, sich zu entscheiden:
Glaube ich jetzt an das Übernatürliche oder bietet mir die Geschichte eine plausible, ja beinahe schon wissenschaftliche Erklärung?

All das tut »Schattentäter« leider nicht. Die Idee, dass Schatten, relativ losgelöst vom Menschen agieren wird hier eher im Sinne von »Fantasy« verwendet. Es ist eben so, es gibt sogar Wissenschaftlicher, die das (aus)nutzen. Jegliches übersinnliche, unheimliches Element fehlt dadurch, da dem Leser schnell klar wird, dass die gesamte Grundidee einfach »nur« fantastisch und im beschriebenen Szenario »faktisch« ist.  Somit fehlt leider auch die Ambivalenz in Bezug auf Motivation, Intension und Auslöser.

Auch fehlt die (für mich wichtige) typische Grundstimmung, die ein Mystery-Thriller haben sollte. (Wie oft hatte ich bei »The 6th Sence« eine Gänsehaut? Ja, es ist ein Film, aber es gibt auch Bücher, die das können. z.B. »Die Treppe im See« von Ronald Malfi.)
»Schattentäter« ist sogar in den wenigen Szenen, in denen die Schatten agieren, seltsamerweise kein bisschen geheimnisvoll oder mysteriös.

Ein Twist (ich bin nunmal großer Fan der Drei-Akt-Struktur) ähnlich eben dem Twist am Ende von »The 6th Sence« fehlt völlig. Auch das für mich, bei einem Mystery-Thriller unverzeihlich.

Übrig bleibt mit »Schattentäter« ein durchschnittlich unterhaltender, handwerklich solider Verschwörungsthriller, der mehr an Dan Brown erinnert.
Positiv ist auf jeden Fall zu vermerken, dass das Werk sauber korrigiert und lektoriert wurde und somit ohne Fehler daher kommt.

3 Sterne

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1 Kommentar:

  1. Ich habe Schattentäter im Urlaub im www.liebesonne.at Hotel in Sölden gelesen und war begeistert... Ich kann es jedem empfehlen, der fantasy Genres mag und auf das Übernatürliche steht... Etwas wie ein Buch von Supernatural

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