Freitag, 13. April 2018

Sage mir, was du liest: "Steelheart" (Die Rächer 1) von Brandon Sanderson

Klappentext:

»Selbst der stärkste Gegner ist verwundbar – du musst nur wissen, wo

Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. Doch das bunt zusammengewürfelte Grüppchen der Widerstandskämpfer muss sich erst zusammenraufen. Und nicht jeder billigt Davids Plan, Jagd auf Steelheart zu machen …«


Kurzfazit: Whow!

Ich schätze Brandon Sanderson seit seiner großartigen Arbeit (Weiterführung und Beendigung des von Robert Jordan begonnenen Zyklus) an »Das Rad der Zeit« und dennoch habe ich lange Zeit vor »Steelheart« gescheut. Obwohl es doch eigentlich alles hatte, was ich mag. Ein erfrischendes Szenario (eben keine mittelalterliche Fantasy-Stereotype) und dann noch Superhelden. Hey. Aber es wird von Heyne als Jugendbuch eingestuft und mit dieser Art von Protagonisten kann ich als alter Sack einfach nichts mehr anfangen.
Tja. Aber Brandon Sanderson ist eben ein verdammt guter Autor. Einer, der einhundertprozentig das Handwerk beherrscht. Er kann Plotten. Die von mir geliebte Dreiakt-Struktur liegt ihm im Blut. Er kann tiefe Charaktere entwickeln, plausible Szenarien schaffen, schlüssige Handlungsabfolgen mit guten Twists würzen und ... er kann einfach verdammt gut schreiben.

Und so griff ich doch zu »Steelheart« und er hatte mich spätestens nach dem Prolog sprichwörtlich an den Eiern.

Natürlich ist »Steelheart« irgendwie vorhersehbar. Nicht nur, weil Sanderson die Drei-Akt-Struktur beherrscht. Ja. Auch die Figuren erinnern mich z.B. sehr an "Matrix". Der zunächst unbedarfte Hauptprotagonist mit einigen unbestreitbaren Fähigkeiten, die ihn dann interessant für die Rebellen machen. Die Rebellentruppe selbst erinnert auch in ihrer Zusammensetzung der Charaktere sehr an Morpheus, Trinity, Tank und die anderen.

Ist das schlecht?
Nein. Eben nicht, weil Sanderson ein so verdammt guter Handwerker ist und es spielend schafft, eine alte Story so neu zu erzählen, dass sie wieder spannend und unterhaltsam ist.

Als geübter Leser, hat man durchaus immer eine Ahnung, was als nächstes geschehen kann, passieren sollte, da man ebenfalls die Regeln kennt. Die Frage z.B., wer, ähnlich zu "Matrix", der Verräter in der Gruppe ist, kam bei mir sehr schnell auf. Und dennoch, war der Twist am Ende, der diese Frage beantwortete ein perfekter Twist. So muss es sein.

Das Sanderson darüber hinaus, ähnlich wie in der »Mistborn« Trilogie noch über menschliche Fragen nachdenkt: Ist Rebellion wirklich die gute Lösung? Ist ein diktatorisches System nicht auch ein stabiles System? Das ist alles das Topping auf dem an sich schon sehr guten Werk.

Da es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt, lohnt ein spoiler-freier Blick auf den Schluss.
Das Finale ist ein großartiger, actionlastiger Showdown, mit dem oben schon bejubelten Überraschungseffekt und lässt einen ohne üblen Cliffhanger zurück. Man kann die Geschichte an dieser Stelle guten Gefühls als (erstmal) abgeschlossen betrachten. Ich werde allerdings sofort mit Teil 2 »Firefight« weiter machen.

5 verdiente Sterne.



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